Berlin - Die Ohrfeige von Will Smith bei der Oscarverleihung hallt noch immer nach – bei der Academy, bei den vom Vorfall Betroffenen, im Netz und auch bei den Menschen, die im Umfeld des frisch gebackenen Oscarpreisträgers eine Rolle spielen. So hat sich jetzt auch Richard Williams zu Wort gemeldet, der Vater der Tennis-Schwestern Serena und Venus Williams. Smith hatte den Trainer in dem Biopic porträtiert, für das er am Sonntag mit der Trophäe als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde.

Der 80-jährige Richard Williams ließ nun durch seinen Sohn Chavoita LeSane mitteilen, dass er Gewalt verurteile. „Wir kennen nicht alle Einzelheiten des Geschehens. Aber wir dulden nicht, dass jemand einen anderen schlägt, es sei denn, es ist Selbstverteidigung“, sagte LeSane gegenüber NBC News. Sein Vater sei von dem Vorfall genauso überrascht gewesen wie alle anderen. Seit einem Schlaganfall des berühmten Tennistrainers im Jahr 2016 fungiert LeSane in der Öffentlichkeit als dessen Sprecher.

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Szene aus „King Richard“: Will Smith als Vater der Williams-Schwestern

Hollywoodstar Will Smith, der während der Oscarverleihung den Komiker Chris Rock auf der Bühne geschlagen hatte, nachdem dieser gegenüber seiner Frau Jada Pinkett Smith ausfällig geworden war, hat sich inzwischen für sein Verhalten entschuldigt. In seiner Dankesrede am Sonntag schien er sich für den Eklat noch rechtfertigen zu wollen. „Richard Williams war ein erbitterter Verteidiger seiner Familie“, sagte er.

Das Filmdrama „King Richard“ von Reinaldo Marcus Green, das erst im Februar in die hiesigen Kinos kam, erzählt die Geschichte von Richard Williams und wie er seine beiden Töchter Venus und Serena Williams trainierte. Der heute 80-Jährige hatte früher selbst Tennisunterricht genommen und entschied, dass seine künftigen Töchter Profis werden würden, nachdem er die Rumänin Virginia Ruzici im Fernsehen hatte spielen sehen. Er schrieb einen 85-seitigen Plan und fing an, Venus und Serena zu unterrichten, als sie viereinhalb Jahre alt waren.

Später sagte Williams, er habe das Gefühl, seine Töchter zu früh auf den Weg der Profikarriere getrimmt zu haben. Ein Alter von sechs Jahren wäre wohl besser geeignet gewesen. 1995 zog Williams seine Töchter von einer Tennisakademie ab und trainierte sie selbst. Innerhalb weniger Jahre gewannen sie die ersten Grand-Slam-Turniere.