Treptow - Der Vorhang fällt nach 20 Jahren, die Bagger rücken an. Dass das Cinestar-Kino am Treptower Park abgerissen wird, ist inzwischen beschlossene Sache.

Nach einer Anfrage der CDU im Bezirksparlament kam Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD) mit dieser Neuigkeit ans Licht. Grund für die Abriss soll angeblich die geringe Auslastung sein. Das Kino an der Kreuzung Elsenstraße/Am Treptower Park ist mit neun Sälen und 2400 Sitzplätzen in der Tat groß.

Der Fall sorgt für Verwunderung

Auf der anderen Seite verfügt Treptow-Köpenick kaum über Kinos. Die Nachricht vom Stadtrat stieß auf jede Menge Verwunderung. Denn der Mieter, die Cinestar-Gruppe in Lübeck, wurde von Abriss-Plänen ungefragt überrumpelt: „Ein Abriss des Gebäudes ist uns bislang nicht bekannt“, ließ Cinestar auf Nachfrage verlauten. Von zu geringer Auslastung wisse man nichts und möchte dazu auch nichts sagen.

Der Vermieter des Gebäudes und Rainer Hölmer waren Freitag trotz mehrfacher Anfrage nicht zu erreichen. Dafür äußerte sich Bezirkbürgermeister Oliver Igel (SPD). Dieser teilt mit, dass nach dem Abriss ein neues Kino in der Nähe des alten gebaut werden soll.

Weiterbau der A100 sei auch ein Grund

Daneben werden, so Igel, Gewerberäume entstehen. Wird etwa ein neuer Kinobetreiber den Standort übernehmen? Wann die Abrissbirne kommen wird, konnte noch niemand im Bezirk sagen. Die Gespräche laufen derzeit.

Hinzu kommt, dass genau dort, wo sich jetzt das Kino befindet, die A100 Richtung Friedrichshain weitergebaut wird. Nach der Teilsperrung der maroden Elsenstraße passiert das mit Hochdruck, machte Igel deutlich. Von mehreren Seiten hieß es: Cinestar-Abriss und Autobahn haben nichts miteinander zu tun. Das alte Kino sei einfach zu groß.