Berlin - Yael Reuveny kommt gerade vom Albrecht-Dürer-Gymnasium in Neukölln, als wir uns in einem Café nicht weit vom Körnerpark treffen. Sie erzählt, dass sie dort mit Schülern über 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gesprochen hat. „Ich bin ein lebendes Exemplar“, sagt sie. Eine Bemerkung, in der die ironische Distanz zu der Rolle mitschwingt, die ihr zugeschrieben wird – als eine Art Spezialistin fürs Jüdischsein zu fungieren. Yael Reuveny, 41 Jahre alt, kommt aus Israel, sie ist Jüdin. Doch bevor sie nach Deutschland gekommen ist, hat sie über diesen Aspekt ihrer Existenz kaum nachgedacht. Sie hat sich bis heute nicht daran gewöhnt, in den Augen der anderen etwas zu repräsentieren. Sie holt ein Glas Tahini aus ihrer Tasche. Die Schüler haben es ihr zum Dank überreicht. „Koscheres Tahini.“

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