Die Pläne, die Siti Aisyah aus Indonesien und Doan Thi Huong aus Vietnam, zwei junge Frauen Anfang 20, für ihre Zukunft hatten, waren nicht übermäßig ehrgeizig; doch waren sie offenbar hochfliegend genug, um die beiden auf den Radar einer Mörderbande zu bringen. Ein Umstand, der ganz nebenher auch einiges Licht in die Untiefen des Internet wirft.

Denn Siti Aisyah und Doan Thi Huong wähnten sich die Ausführenden eines Streichs, sie dachten, ihre Aktion würde mit versteckter Kamera für einen YouTube-Clip aufgezeichnet oder Eingang finden in eine japanische TV-Sendung, in der Scherzvideos präsentiert werden – man weiß ja, dass das dortige Fernsehen ein  eigenwilliges Humorverständnis pflegt. Dann aber war der dickliche, unrasierte Mann, dem die beiden von hinten kommend die Augen zugehalten hatten – „Überraschung!“ –, plötzlich tot. Tot, weil die Hände der jungen Frauen von ihrem „Regisseur“ nicht, wie sie dachten, mit Babyöl eingeschmiert worden waren, sondern mit dem schnell wirkenden, tödlichen Nervengift VX. Obendrein erwies sich das Opfer als Kim Jong Nam, im Exil lebender älterer Halbbruder des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un und diesem als Abtrünniger Stachel im Fleisch und Dorn im Auge.

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