Mitte der 1960er-Jahre denkt der Weimarer Autor Wolfgang Held über einen Film mit dem Arbeitstitel „Parasiten“ nach. Sein Thema ist der Goldschmuggel über die deutsch-deutsche Grenze: Uhren, Ringe, Armbänder und Feuerzeuge werden illegal von Ost nach West geschleust. Die Transitautobahn zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik als Ort heimlicher Verabredungen; manipulierte Fahrzeuge als Transportmittel. Die Defa hat freilich keinen Thriller westlichen Zuschnitts im Sinn. Sie plant vielmehr, den Stoff als eine Art populärwissenschaftlichen Aufklärungsfilm über die Arbeit der Volkspolizei zu nutzen.

Das Projekt wird im Studio als staatlicher Auftrag geführt. Von Anfang an ist das Ministerium des Inneren involviert; dessen Pressestelle behält sich von der Stoffentwicklung bis zu den Dreharbeiten ein Mitspracherecht vor. Regisseur Siegfried Hartmann darf sogar eine mehrwöchige Hospitation in einem operativen Stab von Kriminalisten absolvieren, um möglichst nahe an der Praxis zu sein.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.