Ob die Mitglieder der Oscar-Akademie merken, dass der Zauber des Films „Ich bin dein Mensch“ auch im Akzent des Hauptdarstellers liegt? Dan Stevens, der einen humanoiden Roboter spielt, ist Brite, 1980 im Londoner Bezirk Croydon geboren. Sein Deutsch klingt wohlartikuliert und dabei leicht neben dem Normalen. Jetzt ist der Film der deutschen Regisseurin Maria Schrader in die engere Auswahl von 15 Kandidaten für den sogenannten Auslands-Oscar gekommen.

Erzählt wird, wie eine Single-Frau, die im Berliner Pergamonmuseum arbeitende Wissenschaftlerin Alma, den für sie geschaffenen idealen Mann testen soll. Das ist der Science-Fiction-Dreh des Films: Mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Maschinen werden als Partnerinnen und Partner angeboten. Die tatsächliche Vereinzelung der Menschen lässt das Ganze sehr gegenwärtig wirken. Ein feiner Humor in den Dialogen und Situationskomik kommen angenehm hinzu.

Die Regisseurin und ihr Co-Drehbuchautor Jan Schomburg wollten keine Puppe als Roboter animieren – nicht nur wegen der Kosten. „Alles Künstliche sollte im Kopf des Zuschauers entstehen“, sagte Schomburg im Interview mit der Berliner Zeitung, „der britische Akzent schafft die Nuance einer Fremdheit.“ Außerdem fanden sie es gut, „wenn man den Schauspieler nicht aus dem deutschen Fernsehen kennt“. Bekannt ist Dan Stevens aber durchaus – und zwar als Matthew Crawley aus der Serie „Downton Abbey“. Die verließ er zum Ende der dritten Staffel, weil er nicht zu sehr auf eine Rolle festgelegt sein wollte.

Ursprünglich kommt er vom Theater, drehte auch fürs Fernsehen, im Kino war er zuerst in einer deutschen Produktion zu sehen, in der Filmbiografie „Hilde“ über Hildegard Knef 2009. Deutsch hat er in der Schule gelernt und in den Ferien verbessert, wie er bei der Berlinale-Pressekonferenz anlässlich der Premiere von „Ich bin dein Mensch“ erzählte. Jetzt ist er schon in der ARD-Mediathek zu sehen. In diesem Film zeigt Dan Stevens, wie wandelbar er sein kann, er wird immer menschlicher. Am 27. März werden die Oscars verkündet.