Berlin - 2014 suchte eine Gruppe von Filmkritikern den Kontakt zum damaligen Berlinale-Chef Dieter Kosslick. Ziel der Initiative war, eine neue Programmreihe zu etablieren. Nach dem Vorbild der Festivals in Cannes („Semaine de la Critique“) oder Venedig („Settimana Internazionale della Critica“) sollte mit dieser deutschen „Woche der Kritik“ ein Korrektiv zur allzu konsumorientierten Ausrichtung der Berlinale geschaffen werden. Das Interesse bei den vorgestellten Filmen hätte dabei weniger auf ihrem Verkaufswert als in der diskursiven Substanz gelegen. Aus diesem Vorhaben wurde nichts, jedenfalls nicht im Rahmen der Berlinale. Nach anfänglicher Begeisterung („Das machen wir auch!“) herrschte seitens Kosslick Funkstille. Deshalb besannen sich die Initiatoren auf ihre Autonomie.

Sechs Jahre lang präsentierte seither die Kritiker-Woche parallel zu den Filmfestspielen ihr unabhängig organisiertes Programm. Im magischen siebten Jahr findet das Ganze weltweit und online statt. Finanziert wird das Off-Festival aus selbst erschlossenen Töpfen, wie dem Hauptstadtkulturfonds und der VG Bild. Im Stammkino der Hackeschen Höfe steht eine Studio-Plattform, von der aus an sieben Tagen 16 Filme präsentiert werden. Hinzu kommen Debatten sowie eine zweitägige Konferenz, sie steht unter dem Motto „Konsequentes Handeln, inkonsequentes Kino“ und versucht sich an einer kritischen Selbstbefragung. Kann die Filmkunst angesichts einer ins Trudeln geratenen Wirklichkeit Schritt halten? Vermögen Filme Antworten auf eine Welt im latenten Ausnahmezustand zu finden?

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