Die Mutter schimpft, weil Murat nicht zum Essen kommt. Das gehört sich nicht. Warum wissen die kleinen Brüder nicht, wo er ist? Das ist die erste Szene des neuen Films von Andreas Dresen: In einer türkisch-deutschen Mischsprache, dem Slang der Familie Kurnaz in Bremen, wechselt die Stimme der Mutter zwischen Heiterkeit und Strenge. Fünf Jahre später sieht sie den Sohn erst wieder, so lange saß Murat Kurnaz in US-amerikanischen Gefängnissen, erst im afghanischen Kandahar, dann in Guantánamo auf Kuba. Ohne Gerichtsverhandlung, ohne Urteil. Und Andreas Dresen zeigt nun in seinem Film „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ im Berlinale-Wettbewerb, welchen Löwenanteil die Mutter an seiner Freilassung hat.

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