Der Liebesfilm Nummer 27 oder 49 kommt von Claire Denis, der französischen Regisseurin, Drehbuchautorin und Filmprofessorin. Die weibliche Hauptrolle gab sie Juliette Binoche, die sie schon in  „Meine schöne innere Sonne“ besetzt hatte. Und vielleicht weil sie 2019 Jurypräsidentin der Berlinale war, beehrte Madame Binoche die Festspiele auch mit ihrer Anwesenheit auf dem roten Teppich. Sie war zu Beginn ihrer Karriere die Liebesfilm-Expertin überhaupt, man denke an „Das Verhängnis“, „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ oder „Der englische Patient“, dennoch spielt Binoche die Rolle der Sara im Film nicht routiniert, sondern so, als würde sie ihre Partner gerade erst entdecken – aufmerksam und sanft. Obwohl Sara beide schon lange kennt, worin vermutlich die Brisanz des Films liegen soll. Den französisch-melodiösen Titel „Avec amour et acharnement“ möchte man lieber nicht ins Deutsche übersetzen; direkt übertragen, dräut planvolles Vorgehen: „Mit Liebe und Entschlossenheit“. „Both Sides of the Blade“, der im Wettbewerbsprogramm verzeichnete englische Titel, deutet als „Beide Seiten der Klinge“ ebenfalls nichts Gutes an.

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