Für den Alltag des Zusammenlebens interessieren sich die Schweizer Zwillingsbrüder Ramon und Silvan Zürcher. Wie bauen wir Beziehungen auf? Welche Bindungen sind haltbar? Nach eigenem Drehbuch inszenierten sie zwei Tage und eine Nacht des Umzugs mit einem großartigen Schauspielensemble im Wettbewerb der Sektion Encounters: Lisa verlässt die Wohngemeinschaft mit Mara. Zuerst sind sie gemeinsam in Lisas neuer Wohnung zu sehen, später in der alten. Mitten im Gewusel mit Lisas Mutter (Ursina Lardi), dem Handwerker (André M. Hennicke), Freunden und Nachbarn scheint die Zeit immer wieder stehenzubleiben.

Mara (Henriette Confurius) ist das „Mädchen mit der Spinne“, sie lässt das für viele Menschen eklige Tier auf ihrer Hand krabbeln. Meistens ist sie es, die ihren Blick auf Details heftet, sich an Erlebnisse erinnert und langsam zu erzählen beginnt. Die Kamera bleibt in einer Position, Confurius befindet sich wie zentimetergenau abgemessen in der Bildmitte, und während die Augen in Ruhe ihr Gesicht, ihre Kleidung, ihre Umgebung erkunden, können sich die Ohren ganz auf Maras Erzählung konzentrieren. Zuweilen bekommen diese Geschichten ihr Eigenleben, ein kurzer Film im Film taucht  auf. Die Unruhe des Umzugs mit dem Geschrei des Babys aus der darunterliegenden Wohnung, dem Bellen des Hundes der Mutter, dem tobenden Spiel der Nachbarskinder, beendet diese Phasen stets auf abrupte Weise.

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