Berlin - Stephan Müller, der in Berlin ein eigenes Geschichtsbüro betreibt, plant für August 2021 ein „Mauerfilmfest“. Zum 60. Jahrestag des Mauerbaus sollen Kino- und Fernseharbeiten zum Thema an mehreren Spielorten versammelt werden. Schon jetzt, gewissermaßen als Appetithäppchen, hat Müller eine DVD herausgegeben, die acht Filme zwischen 1961 und 2017 enthält und ein breites Spektrum an Gattungen, Genres und Stilen abdeckt.

Die Edition startet mit einem DDR-Propagandafilm von 1961, „Das Ganze halt!“, 15 Minuten lang und vom Kollektiv der Wochenschau „Der Augenzeuge“ montiert. Auf knappem Raum sind jene Argumentationen zusammengefasst, die den Bau der Mauer auf Ostseite begleiteten: eine drohende Aggression aus dem Westen, ausgehend vom Manöver „Deko II“; die Abwehr von über 80 Agentenorganisationen, die von West-Berlin aus gegen den Sozialismus agieren; das Einkesseln jenes „dreisektorialen Politikums“, das „auf dem Territorium der DDR liegt“. Ein knapper Rückblick gilt der Situation in der Tschechoslowakei 1938, als Henlein-Faschisten den Einmarsch der Wehrmacht vorbereiteten. Etwas ähnliches habe die Adenauer-Regierung im Sinn, übrigens mit denselben Generälen, die schon für Hitler Krieg führten. Die letzten Sätze des Films unterstreichen die Notwendigkeit des Mauerbaus: „Die Verhältnisse sind geordnet. Es bleibt Friede.“

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