Wie er mit Schwung das Kaugummi Richtung Lehrer spuckt, nachdem dieser ihn aufgefordert hat, es aus dem Mund zu nehmen, und es dann – zack – auf die Brille des Pädagogen knallt. Das ist eine Szene wie gemacht für den Schauspieler Emilio Sakraya. Die Spontaneität, die Frechheit, ja Unverschämtheit – all das hat er drauf. Aber in Til Schweigers Film „Die Rettung der uns bekannten Welt“, in dem er einen bipolaren Teenager darstellt, nimmt er einen auch in den dunklen Augenblicken gefangen, in denen er sich die Mütze seines Hoodies über den Kopf zieht und sein Blick ins Leere geht. Und auch in diesem Film darf Emilio Sakraya seine Paraderolle geben, den Herzensbrecher.

Der Berliner Schauspieler wird bei der Berlinale als deutscher Shooting Star ausgezeichnet, und es ist sein Spiel in Schweigers Film, das die Jury überzeugt hat. Er habe „eine unvergessliche Performance abgeliefert, die seine Starqualitäten und sein immenses Potenzial als Hauptdarsteller unterstreicht“.

Sakraya ist 25 Jahre alt, er wuchs in Wilmersdorf auf, besuchte eine Waldorfschule. Seine Mutter stammt aus Marokko, wo er seine Kindheitssommer verbracht hat, sein Vater aus Serbien. Mit dem Schauspielen begann er schon mit neun. 2010 holte er einen Karate-Meistertitel. Früh begann er auch, Musik zu machen. 2020 erschien sein Debütalbum „Roter Sand“.

Sakraya hat in mehreren „Bibi & Tina“-Filmen mitgespielt, in der TNT-Serie „4Blocks“ sowie in der Netflix-Serie „Tribes of Europa“. Einer, der sein Talent noch vor der Shooting-Star-Jury erkannt hat, ist der Regisseur Fatih Akin. „Emilio ist gekommen, um Eliyas M’Barek in Rente zu schicken“, sagte Akin über den Schauspieler. In Akins gerade abgedrehtem Film „Rheingold“ über den Rapper Xatar spielt Emilio Sakraya die Hauptrolle.

Als Shooting Star steht der Berliner Schauspieler jetzt in einer Reihe mit Daniel Brühl, Anna Maria Mühe, Moritz Bleibtreu und Jella Haase sowie im vergangenen Jahr Albrecht Schuch.