Im Oktober 2018 wurde der saudische Journalist Jamal Kashoggi in einem Konsulat in Istanbul ermordet. Was als verdeckte, diskrete Aktion geplant war, wurde dank Kamerabildern und Tonaufzeichnungen öffentlich – in aller Welt. Ein Dokumentarfilm namens „The Dissident“ rollt den Fall Kashoggi auf, zeigt dabei auch die Herrschaftsstrukturen in Saudi-Arabien, die letztlich zum Mord an Kashoggi führten. Der amerikanische Dokumentarfilmer Bryan Fogel hat für den Film zwei Jahre recherchiert. Dem Streamingdienst Netflix war das Thema zu heiß – man will es sich nicht mit den Machthabern in Riyad verscherzen.

Fogel befragte Journalisten, Oppositionelle, Experten, die Verlobte Kashoggis Hatice Cengiz und den ehemaligen CIA- Direktor John Brennan. Der Film zeigt, dass die Social-Media-Kanäle, allen voran Twitter, entscheidend sind zum Verständnis der Meinungslandschaft in Saudi- Arabien. Acht von zehn Nutzern sind bei Twitter aktiv, eine der höchsten Raten weltweit. Die saudische Regierung weiß um die Macht der Plattformen und reguliert sie. Kashoggi hatte auf Twitter aktiv über 17 Millionen Follower. Immer wieder überschritt er rote Linien, als er die saudische Regierung kritisierte.

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