Obi-Wan Kenobi

In „Star Wars: Die Rache der Sith“ erlebte der legendäre Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi die schlimmste Niederlage seines Lebens: Sein Protegé Anakin Skywalker wandte sich der dunklen Seite der Macht zu und wurde zu Darth Vader. Zehn Jahre später nimmt „Obi-Wan Kenobi“ den Faden wieder auf. Die Galaxis ist zu einem bedrohlichen Ort geworden, das Imperium befindet sich im Aufstieg. Die letzten Jedi sind auf der Flucht vor Obi-Wans ehemaligem Schützling, der sich zum mächtigen Sith-Lord entwickelt hat. Wie der Meister dieses Trauma überwindet und wieder zu dem Helden wird, den Fans aus „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ kennen, erzählt die neue Serie.

Obi-Wan Kenobi, Serie, 6 Folgen, ab 27. Mai, Disney+

Beth und das Leben

Die New Yorker Komikerin Amy Shumer strahlte in ihren Stand-up-Programmen schon immer deutlich heller als in ihren Fiction-Formaten, ihre neue Serie „Beth und das Leben“ (auf Englisch cleverer: „Life and Beth“) lohnt sich aber durchaus. Nach dem plötzlichen Verlust eines geliebten Menschen zieht die Protagonistin, die mit Schauspielerin Shumer wohl einiges gemeinsam hat, aus Manhattan nach Long Island zurück, wo sie sich wieder auf die wichtigen Dinge im Leben besinnen will. Es folgt ein Selbstfindungstrip, der nicht ohne Klischees auskommt, aber dank der smarten Dialoge trotzdem sehenswert ist und über die Reißbretthaftigkeit der meisten „Feel good“-Serien deutlich hinausgeht.

Beth und das Leben, Serie, 10 Folgen, Disney+

Stranger Things

Die großen Hype-Titel bei Netflix werden rarer – umso größer sind die Erwartungen an die neue Staffel des Publikums- und Kritikerlieblings „Stranger Things“. Der Streaming-Anbieter vermarktet das entsprechend: Keine anderen neuen Inhalte kommen am Freitag, den 27. Mai ins Angebot, damit bloß niemand auf die Idee kommt, sich etwas anderes als die ersten sieben Folgen der viertel Staffel des Retro-Horrors anzuschauen. Zwei weitere überlange Episoden werden im Juli nachgeliefert. Die ersten Reaktionen auf die neue Staffel sind durchwachsen, doch wer weiter mitreden will, sollte jetzt nicht aufgeben. Voraussichtlich im kommenden Jahr ist nach der fünften Staffel Schluss.

Stranger Things, Staffel 4 Teil 1, Netflix, ab 27. Mai

My Next Guest Needs No Introduction with David Letterman

Die Länge des Titels lässt wohl durchaus Schlüsse auf des Ego des Hosts zu. 2015 beendete die Late-Show-Legende David Letterman nach über dreißig Jahren ihre Talk-Karriere, doch lange hielt es der mittlerweile 75-Jährige nicht ohne das Rampenlicht aus. Ab 2018 interviewte er für Netflix die Crème de la Crème des Showbusiness, Menschen, die man, da stapelt der Titel nicht zu hoch, nicht mehr vorstellen muss, zumindest nicht in den USA. So auch in der mittlerweile vierten Staffel. Letterman trifft Billie Eilish, Cardi B, Ryan Reynolds Julia Louis-Dreyfus, Kevin Durant und Will Smith. Die Erwartungen an das Gespräch mit dem Schauspieler werden allerdings schon vor Beginn von folgender Texttafel enttäuscht: „Dieses Gespräch wurde vor der Oscar-Verleihung aufgenommen“.

My Next Guest Needs No Introduction with David Letterman, Talk-Format, 4 Staffeln, Netflix

Shining Girls

Wer von Frühlingsgefühlen schon die Nase voll hat und lieber mal die Vorhänge zuziehen und sich ordentlich gruseln will, ist bei Apple TV+ gut bedient. In „Shining Girls“ sucht Elisabeth Moss als rätselhafte Archivarin nach einem Frauenmörder, dem sie selbst nur knapp entkommen ist. Das ist so dicht und düster erzählt, dass es schwerfällt, die acht Folgen nicht in einer Sitzung durchzuziehen, und man sogar die Scientology-Passion der Hauptdarstellerin irgendwann ausblenden kann. Für Frauen, die anschließend nicht einschlafen können, weil sie den mörderischen Stalker am Türspion wähnen oder schlicht den Glauben an das Gute im Menschen verloren haben, bietet die Plattform mit „Ted Lasso“, dem liebenswertesten Fußballtrainer aller Zeiten, das perfekte Kontrastprogramm.

Shining Girls, Serie, 8 Folgen, Apple TV+

Mustang

In einer Szene, die lebensfroher und unschuldiger kaum sein könnte, lassen fünf Schwestern in einem türkischen Dorf an der Schwarzmeerküste ihrer Vorfreude auf die Sommerferien freien Lauf. Noch schuluniformiert liefern sie sich eine spontane Wasserschlacht, auch ein paar Jungs sind dabei. Die kurze Ausgelassenheit wird ihren Leben, wie die Mädchen sie bisher führten, ein jähes Ende bereiten. Man erzähle sich, sie hätten sich „an den Jungs gerieben“, schimpft die Großmutter – der Onkel verwandelt das Haus in eine Festung und macht sich auf die Suche nach Ehemännern für die Skandal-Schwestern. Aus der Sicht der jüngsten Heldin erzählt, entfaltet sich das Ausmaß des Martyriums subtil, weil die 12-jährige Lale noch nicht immer in der Lage ist, es in allen Facetten zu begreifen. Auch deshalb ist Mustang letztlich vor allem eine Geschichte über Selbstermächtigung und die Hoffnung an eine bessere Zukunft wider aller Wahrscheinlichkeiten.

Mustang, Spielfilm, 93 Minuten, Arte-Mediathek bis 12. Juni

The Rising

Und noch eine Frau, die ihren eigenen Peiniger sucht. Nach einer durchzechten Nacht wird Neve von kaltem Wasser geweckt, sie treibt in den Tiefen eines Sees. Mit letzter Kraft strampelt sie sich an die Oberfläche und schafft es nach Hause, wo ihre Mutter schon panisch nach ihr sucht. Doch aus dem freudigen Wiedersehen wird nichts. Neve ist für ihre Mitmenschen unsichtbar. Der Blick in den Spiegel offenbart Würgemale und eine Platzwunde am Hinterkopf. Bald ist klar: Neve wandelt als Tote unter den Lebenden und ihr stehen nur begrenzte Mittel zur Verfügung, um die Suche nach dem Mörder voranzutreiben. Das britische Remake der belgischen Erfolgsserie „Beau Sejour“ hatte dieses Jahr bei der Berlinale Premiere und läuft ab dem 27. Mai bei Sky.

The Rising, Serie, 8 Folgen, Sky