Über zwei Jahrzehnte lang konnte Roland Gräfs „Fallada – Letztes Kapitel“ (1988) nur selten gezeigt werden. Grund dafür waren die Musikrechte, die für Jean Sibelius’ „Valse triste“ und Robert Stolz’ melancholisches Liebeslied „Frag nicht, warum ich gehe“ neu eingeholt werden mussten und die, alles in allem, eine mittlere fünfstellige Summe gekostet hätten. Beide Titel sind leitmotivisch in den Film eingefügt, ein Verzicht wäre unmöglich gewesen. Jetzt gelang es der Defa-Stiftung, eine für beide Seiten akzeptable Summe auszuhandeln, und endlich steht „Fallada“ wieder für Kino, Fernsehen und DVD zur Verfügung.

Helga Schütz, die gemeinsam mit dem Regisseur das Szenarium schrieb, schwebte zunächst eine Filmbiografie im Stile von Ariane Mnouchkines „Molière“ vor: Die französische Regisseurin hatte das Leben des Dramatikers und Theaterdirektors in einem vierstündigen rauschhaften Parforceritt, mit 120 Schauspielern an über zweihundert Schauplätzen auf die Leinwand gebracht. Doch solch ein Kraftakt hätte alle Defa-Maße gesprengt; so konzentrierte man sich auf die letzten zehn Lebensjahre Falladas, von 1937 bis 1947.

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