Im Laufe des Films „Nawalny“ wird sichtbar, dass der Regisseur Daniel Roher eine große Nähe zu der Person gewinnt, von der er erzählt. Die Kamera begleitet den russischen Oppositionellen Alexej Nawalny vor allem während der Zeit seines Überlebenskampfs und der Genesung in Deutschland. Und doch entschied Roher, einen Moment an den Beginn zu stellen, da er und der Porträtierte sich uneins sind. Er beginnt mit der Interview-Frage: „Wenn Sie bei einem nächsten Anschlag ums Leben kommen würden, was wäre Ihre Botschaft an die Nachwelt?“ Wie Nawalny das Gespräch, von dem man später wiederholt Ausschnitte sehen kann, an diesem Punkt verärgert verlassen möchte, charakterisiert ihn gleich. Mögen ihn seine Kritiker für exzentrisch, selbstverliebt, leichtsinnig oder was auch immer halten; das Filmporträt zeigt Nawalny überzeugend als Aktivisten, der kein Märtyrer sein will, sondern für sein Anliegen lebt.

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