In the Mood for Love Hongkong/Frankreich/Thailand 2000, Regie: Wong Kar-wai 

Zu seinem 63. Geburtstag kommt das Meisterwerk des Regisseurs Wong Kar-wai in einer restaurierten Fassung zurück in die Kinos. Der Film spielt im Hongkong des Jahres 1962. Der Zeitungsredakteur Chow Mo-Wan (Tony Leung) und die Sekretärin Su Li-Zhen (Maggie Cheung) ziehen am gleichen Tag in ein Mietshaus und freunden sich an. Als sie feststellen, dass ihre Ehepartner ein Verhältnis haben, werden sie selbst Liebende, voller Zweifel, voller Schuldgefühle. Wong Kar-wai erzählt die Geschichte in Fragmenten. Bedeutungsvoll ist jeder Blick, jeder Gegenstand, jede Farbe und jedes Kleid, das Maggie Cheung trägt. Stimmung ist alles. Und Nat King Cole singt „Quizas, quizas, quizas – vielleicht, vielleicht, vielleicht“.

Judas and the Black Messiah USA 2021, Regie: Shaka King 

Wo es einen Messias gibt, gibt es auch einen Judas, und der steht im Mittelpunkt dieses Films. Bill O’Neal ist ein junger schwarzer Mann, der im Chicagoer Ortsverband der Black Panthers für die Sicherheit zuständig ist und Hamptons Vertrauen genießt. Fred Hampton ist 21, als die Wohnung in Chicago, in der er sich mit anderen Mitgliedern der Black Panther Party aufhält, in den Morgenstunden des 4. Dezember 1969 von der Polizei gestürmt wird. Hampton wurde zuvor unter Drogen gesetzt und im Schlaf erschossen. Dass man weiß, wie es ausgeht, mindert die Spannung aber nicht.

Vor mir der Süden Deutschland 2020, Regie: Pepe Danquart

Pier Paolo Pasolini hat 1959 in seinem Fiat Millecento einmal die italienische Küste umrundet und dabei das im Zeichen des Wirtschaftswunders und des beginnenden Massentourismus prosperierende Land beschrieben. Der deutsche Filmemacher Pepe Danquart begibt sich nun in seinem Dokumentarfilm „Vor mir der Süden“ auf Pasolinis Spuren und blickt vor allem auf die Umbrüche in den Badeorten, die für sie voll Tourismus sorgten. Es geht aber auch um Italien als Eingangstor zu Europa und all die Dramen, die damit verbunden sind.

Courage Deutschland/Weißrussland 2021, Regie: Aliaksei Paluyan

Der leidenschaftliche Film „Courage“ feierte gerade bei der Berlinale Premiere, es ist ein Dokumentarfilm, der drei Protagonisten folgt: Maryna, Pavel und Denis, die in Minsk einer Underground-Theatergruppe angehören. Nach den Präsidentschaftswahlen im Sommer 2020 ist die Hoffnung auf einen Machtwechsel groß, die drei gehen zu den Demonstrationen, hoffen, Geschichte zu schreiben. Man spürt ihre Energie, die Euphorie, man spürt die Angst. Wie die Geschichte ausgegangen ist, weiß man. Alle drei leben inzwischen im Exil in der Ukraine.