Berlin - Es ist nicht so, dass es noch nie eine weibliche Actionheldin gegeben hat, und es war auch nicht jede eine pure Männerfantasie. Aber Naomi Rösick ist überzeugt, dass es sich bemerkbar macht, wer hinter der Kamera steht, wer die Geschichte erzählt. „Das macht einen Unterschied.“

Naomi Rösick ist Teil des Filmkollektivs Generation Tochter, das sich 2019 gegründet hat, und bei dem heute 80 Leute in ganz Deutschland mitmachen. Sie beendet gerade ihr Studium der Filmwissenschaft, Sozial- und Kulturanthropologie an der Freien Universität Berlin. In Berlin ist auch die Basis des Kollektivs.

Die jungen Filmemacherinnen und Filmemacher produzieren derzeit selbst einen Actionfilm, aber einen mit feministischem Anspruch. Mit lauter Frauen in den Hauptrollen und einer Heldin, die nicht immer nur Heldin sein muss, sondern ein vielschichtiger Mensch ist, wie Naomi Rösick sagt. Der Plot: Die 17-jährige Clara (Alida Stricker) lebt zusammen mit ihrer Mutter Dagmar (Linda Sixt), einer ehemaligen RAF-Terroristin, seit Jahren im Berliner Untergrund. Dagmar finanziert das Leben der beiden durch Überfälle. Als das einmal schiefgeht, tritt Clara  in die Fußstapfen ihrer Mutter. Es gib Schießereien, Stunts, Szenen in Clubs.

Die Dreharbeiten sind in der Endphase. Alle arbeiten ohne Gage, das Projekt finanzieren sie mit Hilfe von Spenden. Bis zum 13. Juni läuft die dritte Crowdfunding-Kampagne (startnext.com/generationtochter). Der kollektive Traum: Den Film auf der nächsten Berlinale zu zeigen.

Generation Tochter möchte mit seiner Arbeit auch auf die ungleiche Geschlechterverteilung in der Filmbranche aufmerksam machen. Etwa bei 20 Prozent liegt der Anteil an Regisseurinnen bei deutschen Kinofilmen schon seit Jahren, obwohl es ungefähr genauso viele Regiestudentinnen gibt wie Regiestudenten.