Mitte der 1960er-Jahre steht noch lange nicht fest, dass Winfried Junge als Regisseur der „Kinder von Golzow“ in die Filmgeschichte eingehen wird. Zwar hat er schon zwei kleine Filme in dem Oderbruch-Dorf gedreht, aber er interessiert sich immer wieder auch für andere Themen, andere Stoffe. Als ihn der Fernsehredakteur Heiner Strietzel fragt, ob er als erste Folge der Reihe „Sterne der Leinwand“ einen Beitrag über das tschechische Kino übernehmen würde, sagt er begeistert zu.

Junge versichert sich der Mitarbeit des Filmhistorikers Wolfgang Gersch. Schnell sind sich die beiden einig, dass es nicht bloß um große Schauspieler wie Rudolf Hrusinsky gehen kann, der in der DDR durch seine Schwejk-Darstellung bekannt und beliebt ist. Nein, vor allem das junge Kino, die Prager Neue Welle soll vorgestellt werden. Gersch schreibt in seiner Konzeption, niemand könne an der „Eruption der Talente, der mannigfaltigen, von dogmatischen Prinzipien freien Gestaltung des modernen sozialistischen Lebens“ vorbeigehen. So müsse man zum Beispiel das Anregende und Bedeutende, wie es sich in Milos Formans Debütfilm „Der schwarze Peter“ zeigt, erkennen und popularisieren.

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