Berlin - Aus dem Fernsehfilm „Die Verrohung des Franz Blum“ von Reinhard Hauff aus dem Jahr 1974 ist vor allem das verletzliche Antlitz des Jürgen Prochnow in Erinnerung geblieben. Es war ein sozialkritischer Film, was zu der Zeit ganz unmittelbar mit der Artikulation eines gehobenen Kunstanspruchs einherging, zumindest, wenn er vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk getragen wurde.

Das Drehbuch hatte der Gelegenheitsbankräuber und Schauspieler Burkhard Driest geschrieben. Die Geschichte des Franz Blum war seine eigene, und die Verrohung vollzog sich nicht etwa in der Skrupellosigkeit des kriminellen Milieus, sondern im staatlichen Strafvollzug. Das Gefängnis als sprudelnde Quelle des Verbrechens. Driest verkörperte einen knallharten Ganoven, in dessen Gegenwart sich der empfindsame Franz Blum aus Selbstschutz allmählich brutalisierte.

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