Eine frisch vermählte Frau kehrt in den engen Zirkel ihrer heimatlichen Provinz zurück. Es scheint, als würden die hier harrenden Personen aus tiefem Winterschlaf hochschrecken. Eingefahrene Verhältnisse geraten ins Rutschen. Der Ungeduld der jungen Frau sieht sich hier niemand gewachsen, auch sie selbst nicht. Ibsens 1890 uraufgeführter Klassiker „Hedda Gabler“ zeichnet eine starke Frau, die an den angestauten Frustrationen des Fin de Siècle zerbricht.

Auch im kleineren Teil Deutschlands des Jahres 1980 wurde das von Thomas Langhoff inszenierte Gleichnis auf das Ungleichgewicht zwischen Anspruch und Wirklichkeit als solches verstanden. Jutta Hoffmann war damals auf dem Höhepunkt ihrer ostdeutschen Karriere. Bald stieß auch ihr eigenes berufliches wie privates Leben an immer enger werdende Grenzen. 1983 zog sie in den Westen – um dort u.a. bei Peter Zadek oder Robert Wilson einige der denkwürdigsten Theaterinszenierungen der späten BRD mitzugestalten.

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