Berlin - Ins International kommt man rein als Rollstuhlfahrer, ins fsk am Oranienplatz auch, aber nicht in die Tilsiter Lichtspiele. Und das Intimes hat noch keine Angabe gemacht, so wie einige andere Berliner Kinos auch. Das kann man neuerdings der Online-Plattform Kinofueralle.de entnehmen, ein Projekt des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes. Nicht nur für Berlin, sondern bundesweit ist über eine neue Funktion abrufbar, welches Kino einen rollstuhlgerechten Zugang hat. Alle, die noch keine Angaben gemacht haben, können diese direkt online auf www.kinofueralle.de ergänzen.

Barrierefreiheit im Kino bedeutet aber noch viel mehr. Auch wer nicht sehen oder hören kann, will vielleicht Filme erleben. Kinofueralle.de hilft auch hier. Die Plattform zeigt an, welche Filme über Fassungen mit erweiterten Untertiteln für hörbehinderte Menschen verfügen und über Audiodeskription, also eine Bildbeschreibung für blinde und sehbehinderte Menschen. Das Geschehen, die Bilder, all das, was der Ton nicht vermitteln kann, werden beschrieben, möglichst wertfrei und in Dialogpausen. So entsteht eine Tonspur, die auch Blinde, das, was sich auf der Leinwand abspielt, erfassen lässt. So können alle zusammen ins Kino, Blinde, Sehende, Menschen, die nicht oder schlecht hören. Das ist Inklusion.

Man erfährt durch die Plattform auch, welche App man dafür braucht, sie heißt „Greta“. Damit können Audiodeskription und Untertitel auf das Smartphone heruntergeladen und in jedem Kino abgespielt werden. 

Die Zahl der Filme in solch barrierefreier Fassung steigt, seit das Filmförderungsgesetz sie im Jahr 2013 zur Bedingung für die Förderung gemacht hat. Vielleicht können noch ein paar Kinos mit Aufzügen oder Rampen nachrüsten.