Es ist ein frustrierendes Déjà-vu, das sich einem hier bietet: In den Kinos geht die Verschieberei wieder los. Der Start von „Caveman“ wird auf unbestimmte Zeit verschoben, Warner behält „Hu-Buh und das Hexenschloss“, Universal das „Sing“-Sequel zurück. Und so weiter und so weiter. Dabei hatte sich der durch den letzten Corona-Lockdown entstandene Filmstau noch nicht mal ganz aufgelöst. Karoline Herfurths Film „Wunderschön“ etwa sollte bereits vor einem Jahr in die Kinos kommen. Nun ist der 16. Dezember anvisiert, aber wer weiß, ob es wirklich dazu kommt.

Denn auch wenn in Berliner Kinos nach wie vor 2G gilt – manch anderes Bundesland hat auf 2G plus umgestellt. Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel oder Baden-Württemberg. Das bedeutet, dass man zusätzlich einen tagesaktuellen negativen Test vorweisen muss. Diese Hürden sind viele potenzielle Kinogänger nicht zu überwinden bereit. Hier sind Einbrüche von bis zu 80 Prozent zu verzeichnen. Und die Produktionsfirmen denken nun mal bundesweit. Einen Film nur in einzelnen Bundesländern starten zu lassen, ist ökonomisch sinnlos.

Zu den Hygienemaßnahmen kommt die Sorge, sich anzustecken. Die Menschen bleiben überall weg. Zum ersten Mal seit der Wiedereröffnung der Kinos konnte jedenfalls vergangenes Wochenende kein einziger Film sechsstellige Besucherzahlen erreichen. Kein Produzent, kein Regisseur, kein Verleih möchte einen Film starten lassen, wenn von vornherein klar ist, dass er viel weniger Zuschauer haben wird als unter normalen Bedingungen. Und so wird schweren Herzens verschoben.

Die Kinobranche ist demoralisiert, auch weil die Gastronomie bevorzugt wird. Der Hauptverband deutscher Filmtheater nennt die Testpflicht für Geimpfte und Genesene einen Lockdown durch die Hintertür. Dass Berlin sie (noch) nicht eingeführt hat, nützt den Berliner Kinogängern aus den oben genannten Gründen gar nichts. Auch hier wird man ja die verschobenen Filme erst mal nicht zu sehen bekommen.