Amerikaner sind Nomaden. Am schlichten Titel von „Nomadland“ kommt man nicht vorbei, will man die emotionale Kraft dieses Films erklären, der sich zwei Stunden lang um jede konkrete Aussage zu drücken scheint. Die in Peking geborene Chloé Zhao hat zwei Filme über Indianer gemacht, im Sioux-Reservat Pine Ridge in South-Dakota hat sie sie gefilmt und mehr oder weniger sich selbst spielen lassen, das ist ihre Methode. Von den Rändern her hat sie sich dem ihr fremden Land genähert und dabei festgestellt, dass sie eigentlich das Zentrum sind. Von den Native Americans findet sich diesmal keine Spur. Stattdessen zeigt sie Menschen, die heute so leben wie die drangsalierten Ureinwohner einst. An verabredeten Orten schlagen sie ihre Wohnwagen auf, tauschen wie beim Pow-Wow ihre Habseligkeiten, gruppieren sich abends ums Lagerfeuer und gedenken der Verstorbenen. Im Grunde unseres Herzens, so die Botschaft, sind wir doch alle gleich. Was hätte die Academy anderes sein sollen als begeistert.

„Nomadland“ erzählt von Nöten und Sehnsüchten der weißen Unterschicht

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.