Mit zehn Nominierungen ist die Filmbiografie „Mank“ der diesjährige Oscarfavorit. Das Werk des Regisseurs David Fincher (bekannt durch „Fight Club“ und „Gone Girl“) ist unter anderem als bester Film sowie für die beste Regie und die beste Musik nominiert, gab die Oscar-Akademie am Montag in Los Angeles bekannt. „Mank“ über den einflussreichen Drehbuchautor Herman J. Mankiewicz spielt in Kalifornien um 1940 und erzählt von der Filmkunst wie der -industrie gleichermaßen. Sein Held wurde 1942 selbst mit einem Oscar geehrt, zusammen mit Orson Welles für „Citizen Kane“. Gary Oldman verkörpert in dem Biopic Mankiewicz und ist als bester Hauptdarsteller nominiert.

Dahinter reihen sich sechs Filme mit jeweils sechs Nominierungen: „The Father“, das Drama „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“ über eine koreanisch-amerikanische Familie, die Filmbiografie „Judas and the Black Messiah“, das Road-Movie „Nomadland“, „Sound of Metal“ und der Gerichtsthriller „The Trial of the Chicago 7“. Hollywoods höchste Auszeichnungen sollen am 25. April verliehen werden.

Auf einen Preis als beste Hauptdarstellerin können Viola Davis („Ma Rainey’s Black Bottom“), Andra Day („The United States vs. Billie Holiday“), Vanessa Kirby („Pieces of a Woman“), Frances McDormand („Nomadland“) und Carey Mulligan („Promising Young Woman“) hoffen.

In der Kategorie für den besten Hauptdarsteller sind neben Oldman für „Mank“ noch Riz Ahmed für „Sound of Metal“, Anthony Hopkins für „The Father“, Steven Yeun für „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“ sowie der im vorigen August an Krebs gestorbene „Black Panther“-Star Chadwick Boseman posthum für „Ma Rainey’s Black Bottom“ nominiert.

Der Dokumentarfilm „Kollektiv – Korruption tötet“ hat zwei Nominierungen

Mit Spannung waren auch die Nominierungen für die beste Regie erwartet worden. Dort können sich nun David Fincher mit „Mank“, Lee Isaac Chung mit „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“ sowie die beiden Regisseurinnen Emerald Fennell mit „Promising Young Woman“ und Chloé Zhao mit „Nomadland“ Hoffnungen machen. Zu diesem Kreis gehört überraschenderweise auch Thomas Vinterberg, dessen Film „Der Rausch“ auch als bester ausländischer Film nominiert ist. In dieser Kategorie wurde der Gewinner des Europäischen Filmpreises am vergangenen Wochenende auch mit dem César, dem französischen Filmpreis, geehrt.

Der beste europäische Dokumentarfilm „Kollektiv – Korruption tötet“, eine rumänische Produktion unter Beteiligung des MDR, hat es bei den Oscars auch in zwei Kategorien geschafft. Er ist als bester ausländischer Film und als beste Dokumentation nominiert. Der deutsche Bewerber „Und morgen die ganze Welt“ war schon an der Vorauswahl gescheitert, immerhin ist die in Berlin lebende Regisseurin Jasmila Žbanić mit ihrem Drama „Quo Vadis, Aida?“ in der Auslands-Sparte nominiert.