„Wir beide gegen die Welt“ ist das Versprechen, das sich Nadja und David geben. Nicht in einer Kirche oder auf dem Standesamt, sondern – und das macht es in den Augen der beiden eigentlich nur romantischer – zwischen Waschbecken und Klokabine in einer öffentlichen Toilette. Schon in der nächsten Szene ist der so spontane wie ungewöhnliche Start ins Eheleben jedoch schon in den Klischees und Routinen einer festgefahrenen Beziehung angekommen: Er sitzt vor der Playstation, sie stopft genervt Wäsche in die Maschine und der Hund verkriecht sich schon vor dem anrollenden Streit.

Der Weg aus der Beziehungssackgasse führt das Paar in den Norden Schwedens. Beim Camping unter freiem Himmel soll die Beziehung endlich so wiederaufleben, wie die beiden es geplant hatten. Tatsächlich sind im Zelt die Streitereien bald ebenso vergessen wie die seltsamen Begegnungen mit den Einheimischen und die rassistischen Schmierereien auf dem Auto. Das Polarlicht am Himmel überstrahlt all diese merkwürdigen Ereignisse, die den Zuschauer daran erinnern, dass „Red Dot“ als Horror-Thriller konzipiert ist. Vieles davon – ein bedrohliches Gespräch an der Tankstelle, die allzu aufdringlichen Warnungen des Rezeptionisten – ist sichtbar an Backwood-Horror-Klassiker wie „Beim Sterben ist jeder der Erste“ und „Blutgericht in Texas“ angelehnt. Der eigentliche Vorbote des Schreckens aber ist der titelgebende rote Punkt. Kurz nachdem er erscheint, beginnt der Horror.

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