Berlin - Im Pressematerial zu Georg C. Klarens „Wozzeck“ wirbt die Verleihfirma Sovexport im Dezember 1947, diese Defa-Produktion werde „zu den epochemachenden Werken deutscher Filmkunst zählen“. Wie Fritz Langs „Nibelungen“ oder Robert Wienes „Das Cabinet des Dr. Caligari“ leite sie ein neues Kapitel des deutschen Kinos ein.

„Wozzeck“ ist der siebte Spielfilm der Defa, und er hat eine lange Geschichte. Schon gegen Ende der Weimarer Republik plant der Regisseur, Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“ fürs Kino zu adaptieren. Er findet jedoch keine Firma, die den Mut dazu aufbringt, und mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten ist daran schon gar nicht mehr zu denken. Eine Parabel über einen Soldaten, der durch eine gnadenlose Militärmaschinerie um den Verstand gebracht wird, bis er im Wahnsinn seine Geliebte tötet, passt nicht in die Zeit.

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