Dieser Regisseur dreht Filme, damit das Publikum etwas entdeckt, das er selbst vorher noch nicht kannte. Er hört nicht auf, sich zu wundern, wie das Kino und das Leben funktionieren. Stephen Frears ist fasziniert von den Tricks, Listen und Finessen, die das Geschichtenerzählen verlangt. Seine Filme sind zugleich unterhaltsam und anspruchsvoll: ein prächtiges Rätsel.

Seine Handschrift ist unverkennbar, ohne dass er sie den Filmen auferlegt. Sie ist eine Frage des Temperaments. Ihn interessiert einfach brennend, was seine Figuren bewegt. „Mein wunderbarer Waschsalon“, „Gefährliche Liebschaften“ und „Die Queen“ verraten seinen Ehrgeiz, zu zeigen, wie das Leben der Charaktere und die Verfassung einer Gesellschaft sich in einer Geschichte kristallisieren. Er sucht die Begegnung mit unterschiedlichen Kulturen (die er oft direkt vor der eigenen Haustür in einem der weniger angesagten Viertel Londons vorfindet), versenkt seinen Blick in ferne Epochen und Milieus. So konnte er ein transatlantischer Grenzgänger werden, der in Hollywood geschätzt wird, weil er die Gabe besitzt, sich zu verankern und zugleich die wachsame Schaulust des Fremden zu bewahren.

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