Streaming-Tipps zu Halloween: Fünf Horror-Highlights, die sich lohnen

Grusel in Springfield, grandioser Serienspuk bei Netflix, ein Horrorclown, ein Marvel-Werwolf und Männer: unsere Horror-Empfehlungen für Halloween.

„Es“: Bill Skarsgård als Horrorclown Pennywise.
„Es“: Bill Skarsgård als Horrorclown Pennywise.Warner

Halloween nervt, schon klar, vor allem bei über 20 Grad draußen. Doch ein Anlass für gute Horror-Unterhaltung ist der umstrittene Feiertag allemal. Vor allem in Berlin, wo immer öfter Kinder auf Süßigkeitentour gehen, bietet es sich an diesem Abend an, einfach mal die Jalousien runterzulassen, die Klingel zu ignorieren, das Licht aus- und den Fernseher anzuschalten. Es gibt einiges zu sehen.

The Simpsons Treehouse of Horror

Die Halloween-Folgen der Simpsons sind legendär. Seit 1990 parodieren die Macher unter dem Titel „The Simpsons Treehouse of Horror“ jährlich verschiedene Horrorfilme, auf Disney+ sind nun alle davon abrufbar. Dieses Jahr wandelt die gelbe Familie durch die Welten von „Der Babadook“, die Serie „Westworld“ und den Anime „Death Note“. In letzterer Adaption fällt Lisa Simpson, gezeichnet im Stil der beliebten Anime- und Manga-Reihe, ein mysteriöses Buch vor die Füße. Bald findet sie heraus: Die Menschen, deren Namen man in dieses Buch schreibt, müssen sterben. Das für den Anime verantwortliche südkoreanische Studio DR Movie hat an der Folge mitgearbeitet.

Die Anime-Version von Lisa Simpson im Stil von „Death Note“
Die Anime-Version von Lisa Simpson im Stil von „Death Note“Fox

The Simpsons Treehouse of Horror, alle Folgen bei Disney+


Spuk in Hill House

Wer „Spuk in Hill House“ von 2018 noch nicht gesehen hat, sollte dieses Halloween unbedingt zum Anlass dafür nehmen, denn die zehnteilige Serie ist mit das Beste, das Netflix in Sachen Horror zu bieten hat. Die Geschichte handelt von einer siebenköpfigen Familie, die in den 80er-Jahren in eine viktorianische Gruselvilla einzieht. Schon bald wird es furchterregend, doch trotzdem kehren die vier Geschwister viele Jahre später wieder an den Ort zurück, nachdem die jüngste Schwester sich umgebracht hat. Nun verschwimmen die Zeitebenen, und die Zuschauer müssen stets rätseln, was Albtraum und was Realität ist und ob der Horror übernatürlichen Ursprungs ist oder aus der Familie stammt.

Spuk in Hill House, Serie, 10 Folgen, Netflix


Werewolf by Night

In dieser Hommage aus dem Hause Marvel an schwarz-weiße Horrorklassiker spielt Gabriel García Bernal einen Monsterjäger, der selbst ein Werwolf ist. Als sein Chef stirbt, wird ein Treffen einberufen, bei dem der neue Anführer der Jäger bestimmt werden soll – und bald gehen alle nicht nur den Monstern, sondern sich gegenseitig an den Kragen. Der einstündige Streifen hat mit dem visuellen Einheitsbrei der meisten Marvel-Produktionen nichts zu tun, mit einer einzigen Ausnahme wird hier sogar auf CGI verzichtet. Auf „Werewolf by Night“ können sich also alle Generationen einigen – Hauptsache, sie mögen es gruselig.

Werewolf by Night, TV-Special, 60 Minuten, Disney+


Es

Auch wenn das Remake nicht an das Original von Tommy Lee Wallace von 1990 herankommt, kann der Horrorclown Pennywise unter der Regie von Andy Muschietti die Zuschauer in seiner neuen Interpretation noch ordentlich das Fürchten lehren. Diesmal spielt Bill Skarsgård das von Stephen King erdachte mordende Monster, dem sich sieben junge Außenseiter entgegenstellen, als in einer amerikanischen Kleinstadt in den 80er-Jahren Kinder verschwinden. Das Image von Clowns ist ja schon länger ein ambivalentes, doch wer „Es“ geschaut hat, wird auch rote Luftballons, Papierboote und kleine Kinder in gelben Regenjacken nicht mehr mit den gleichen Augen sehen.

Es, Spielfilm, 130 Minuten, Amazon Prime Video und Sky


Men – Was dich sucht, wird dich finden

Männer sind alle gleich und somit auch alle Monster, jedenfalls in Alex Garlands Horrorfilm „Men“. So simpel die These, so meisterhaft ist die Umsetzung. Nachdem Harpers prügelnder Ehemann aus dem Fenster gesprungen ist – nicht ohne ihr vorher noch die Schuld dafür zu geben –, reist sie aufs Land, um Abstand zu gewinnen. Doch auch hier lauern überall Männer, alle gespielt von dem großartigen Rory Kinnear, der in unterschiedlichen Kostümen und Masken die toxische Maskulinität verkörpert. Seine Figuren kommen brutal, freundlich und oder lächerlich daher, dabei aber immer bedrohlich. Garland inszeniert den Horror in poetischen Bildern ohne große Knalleffekte. Statt Gemetzel ist hier Beklemmung angesagt, „Men“ wirkt noch lange nach.

Men – Was dich sucht, wird dich finden, Spielfilm, 100 Minuten, zu sehen bei Apple TV+, Amazon und auf YouTube