Wolke Sieben im voller Geigen hängenden Himmel ist das eher ferne Ziel in diesem Dokumentarfilm, der von den Mühen der Ebene einer Ehe handelt. Der Ehe von Katrin Schlösser und Lukas Lessing, Filmproduzentin und Professorin in Berlin und Köln die eine, Schriftsteller im Burgenland der andere. Mit „Szenen meiner Ehe“ gibt Schlösser ihr Regiedebüt, richtet das Smartphone auf sich und ihren Mann und lotet in einer Zeit, in der erklärtermaßen nichts mehr privat ist, den Begriff der Intimsphäre aus.

Mitunter ist man peinlich berührt von dem, was Schlösser offenbart. Andererseits kommt in den eher lose montierten Szenen ein Ringen um Aufrichtigkeit zum Ausdruck, das anrührt. Nicht zuletzt, weil es die harte Arbeit verdeutlicht, die der Versuch, eine Beziehung glücken zu lassen, mit sich bringt. Und umso schwerer ist diese Arbeit im vorliegenden Fall, da sie auf schwieriger Ausgangslage fußt. Da ist die räumliche Distanz, die zugleich eine Differenz der Mentalität miteinschließt, die über die Geschlechterdifferenz hinausgeht: Lukas ist geboren und aufgewachsen in Österreich und führt eine ländliche Existenz, Katrin ist in der DDR sozialisiert und in der Großstadt verankert. Da ist die komplizierte Vorgeschichte, die auf beiden Seiten zerstörte Familien miteinschließt. Und da sind die Sorgen um die pflegebedürftigen Mütter. All dies verstärkt die Unsicherheit bezüglich des weiteren gemeinsamen Wegs. Doch sind beide bereits in ihren Fünfzigern, da krempelt man den eigenen Lebensentwurf nicht mehr so ohne weiteres um.

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