Dass Maria Schrader einmal unsere Frau in Hollywood sein würde, war nicht vorherzusehen. Doch nun geht ihr Film „Ich bin dein Mensch“ für Deutschland ins Oscar-Rennen. Die Produktion wurde unter zehn Bewerbern als Kandidat für die Kategorie des besten internationalen Spielfilms ausgewählt. Er setzte sich gegen Anwärter wie „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“, „Je suis Karl“ und „Schachnovelle“ durch.

Die längste Zeit war die in Hannover geborene Maria Schrader Schauspielerin, erst am Theater, dann im Kino. 2005 führte die heute 55-Jährige erstmals Regie, bei der Verfilmung des Romans „Liebesleben“ der israelischen Autorin Zeruya Shalev. Sie kam als Autodidaktin in diesen Beruf. Es folgte 2016 die Biografie des jüdischen Schriftstellers Stefan Zweig „Vor der Morgenröte“. Vier Jahre später kam die Netflix-Serie „Unorthodox“ über eine ultra-orthodoxe Jüdin, die aus ihrer Familie ausbricht – ein internationaler Erfolg und 2020 mit dem Emmy ausgezeichnet.

In „Ich bin dein Mensch“ untersucht die in Berlin lebende Regisseurin, wie sich künstliche Intelligenz im Liebesleben macht. Der Film handelt von der romantischen Beziehung zwischen der Wissenschaftlerin Alma – Maren Eggert erhielt für ihr Spiel den Silbernen Berlinale-Bären – und dem ausgesprochen gut aussehenden Roboter Tom. Es ist eine Komödie, die die ganz großen Fragen stellt: Was ist Liebe, was Glück?

Unsere Frau in Hollywood ist Maria Schrader noch in anderer Hinsicht. Sie arbeitet derzeit für das Studio Universal Pictures an einem Film über den Vergewaltiger Harvey Weinstein und die MeToo-Bewegung.  Das Projekt „She Said“ - es ist Schraders erste US-Produktion - basiert auf dem Buch zweier New York Times-Reporterinnen. „Was die beiden aufgedeckt haben, hat unsere gesamte Gesellschaft nachhaltig verändert“, sagt Maria Schrader.