Berlin - „Ich bring dich zurück in die Fabrik“, droht Alma diesem gut aussehenden Typen an, der gerade für ein paar Wochen bei ihr wohnt. Tom kommt tatsächlich von dort, also aus der Fabrik, denn er ist kein Mensch, sondern ein humanoider Roboter, der nur konstruiert wurde, um Alma glücklich zu machen. Ein paar Szenen später läuft sie mit ihm barfuß über eine Wiese.

Am 14. Juni wird Maren Eggert über den Roten Teppich laufen, der auf der Museumsinsel ausgerollt wird, vor dem eigens für die Sommer-Berlinale eingerichteten Freiluftkino, in dem die Preise überreicht werden. Für ihre Alma in Maria Schraders Film „Ich bin dein Mensch“ im Berlinale-Wettbewerb ist die Schauspielerin bereits im März mit dem Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle ausgezeichnet worden, dem ersten genderneutralen Schauspielpreis. Entgegennehmen wird sie ihn an diesem Junitag.

Werden humanoide Roboter in Deutschland zugelassen?

Maren Eggerts Alma ist eine Wissenschaftlerin, die sich darauf eingelassen hat, drei Wochen lang mit Tom zusammenzuleben, um dann einen Bericht für die Ethikkommission zu schreiben, die darüber entscheiden muss, ob humanoide Roboter in Deutschland zugelassen werden.

Sie spielt mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, und es sind viele. Maren Eggerts Schauspielkunst ist eher leise und tastend. Aber sie schafft es, dass man ihr folgt, sich mit ihr identifiziert, dass man sich mit ihr fragt: Was ist Liebe, was bedingt dieses Gefühl?

Maren Eggert, geboren 1974 in Hamburg und in Berlin lebend, kommt vom Theater, es ist ihre Basis. Seit 2009 gehört sie zum Ensemble des Deutschen Theaters. Aber sie war bis 2015 auch die Polizeipsychologin Frieda Jung im Borowski-„Tatort“. Und 2019 war sie schon einmal im Berlinale-Wettbewerb zu sehen, in Angela Schanelecs Film „Ich war zuhause, aber“. „Das Leben kann man nicht erklären“, sagt sie in diesem Film. Die Liebe auch nicht, könnte man nun hinzufügen. Aber dank Maren Eggert kommt man diesem Gefühl ziemlich nah.