Berlin - Wenn man zum Beispiel mal was über die Rolle Finnlands im 2. Weltkrieg wissen möchte, könnte Wolfgang Kohlhaase den historischen Vorgang aus dem Stand erläutern. Wenn ein guter Witz auch noch ein bisschen unanständig ist, erzählt er ihn mit größerem Vergnügen. Er bewegt sich gerne in Gesellschaft. Bei einem Berlinale-Empfang begegnet ihm eine Frau. Kohlhaase sagt, wie schön es sei, zu wissen, sich einmal im Jahr an dieser Stelle zu treffen. Die Frau antwortet, sie habe letztes Jahr leider gar nicht zur Berlinale kommen können. Kohlhaase: „Aber Sie standen mir immer vor Augen!“

Dieser Mann wird am Sonnabend 90. Ihm zu gratulieren wird immer schwerer. Üblicherweise lassen bei hohen runden Geburtstagen die Neuigkeiten nach. Nicht bei Kohlhaase: Der schreibt Filme, bekommt Preise, hält Reden, fährt zu Festivals. Im Fernsehen laufen Interviews, sein Band mit Erzählungen erscheint bei Wagenbach und heißt jetzt „Erfindung einer Sprache“. Die Defa-Stiftung legt seine DDR-Filme in eine Box, zwischen die DVDs passt Kohlhaases Buch „Um die Ecke in die Welt. Über Filme und Freunde“. Es sind Texte von Belang.

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