Als Lina Wertmüller 1963 mit ihrem ersten Spielfilm „Die Basilisken“ das Locarno-Festival gewann, war die Formulierung, Film sei eine Männerdomäne, eine grobe Untertreibung. Besonders in den westlichen, noch von mächtigen Studios und Altproduzenten geprägten Filmländern konnte man aktive Regisseurinnen an einer Hand abzählen. In Frankreich war gerade Agnès Varda in die Herrenriege der Nouvelle Vague vorgestoßen. Und in Italien blies die damals 35-jährige Wertmüller frischen Wind in einen in die Jahre gekommenen Neorealismus. Anders als Varda inszenierte sie ihre besten Filme jedoch nicht mit weiblichen Protagonistinnen. Feministisch war ihr Kino deshalb nicht weniger, ganz im Gegenteil. Lina Wertmüller dekonstruierte Männlichkeitsbilder lange bevor es so etwas wie akademische gender studies überhaupt gegeben hat.

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