Die DDR bemühte sich nach außen hin geradezu verzweifelt um eine Aura des „Weltniveaus“. Sie wollte ganz oben mitspielen, plusterte sich auf und wäre so gern einer der zehn führenden Industriestaaten der Welt gewesen. Nach innen pflegte sie allerdings einen piefigen Provinzialismus, in dem schon die Sprache Bastionen gegen die westliche Lebensart bilden sollte. Statt Hamburger hieß es „Grillette“, statt Hotdog sagte man „Ketwurst“. Aus dem schnittigen Skateboard wurde das behäbig klingende „Rollbrett“: eine im Grunde überflüssige Wortschöpfung, denn offiziell existierten die Geräte in der DDR gar nicht.

Der Film „This Ain’t California“ zeigt, wie sich in den 1980ern dennoch eine fantasievolle Skater-Szene in der DDR etablierte und wie die rollenden Bretter zu Symbolen einer autonomen, subversiven Jugendkultur wurden. Bezogen wurden die „Rollbretter“ im besten Fall aus dem Westen. Viele entstanden aber auch in emsiger Heimarbeit, liebevoll aus Holz und Rollschuhen zusammengebastelt und geschraubt.

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