Helden haben es oft leichter, wenn sie nicht wie Helden aussehen. Benjamin nicht. Der schüchterne linkische Junge, Mitte zwanzig, arbeitet als Pizzafahrer in einer Stadt inmitten von großspurigen Selbstdarstellern. Tom Schilling („Oh Boy“) macht sich dabei mal wieder hübsch winzig in seiner Paraderolle als Underdog. Die Frage „Who am I“ ist für seinen Benjamin nicht leicht zu beantworten, denn am liebsten verschwindet er aus dem realen Leben und wechselt in die digitalen Identitäten verschiedener Computerspiele. Benjamins bleiche Oberfläche sagt also so wenig über ihn aus, wie die Benutzeroberfläche seines PCs über dessen wahre Fähigkeiten. Die sind schier grenzenlos.

Der scheinbar blasse Benjamin ist in Wahrheit ein Crack der Maschinensprache. Wenn er im Laufe des Films sich zum Superhacker entwickelt, der sogar den BND zum Zittern bringt, dann deckt sich diese besondere Form des Heldentums doch wieder mit seinem Äußeren, sofern man denn dem Klischee glauben mag, dass Computernerds so unscheinbar aussehen wie graue Mäuse im Nebel. So unsinnlich wie ihre Maschinensprache. Und damit wären wir beim Interessantesten dieses Films, dem Verhältnis der digitalen Hacker-Abenteuer zu den Körpern der analogen Welt. Ohne sie kein Film, schon gar kein mitreißender. Aber vorher noch kurz die Geschichte:

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