Dass Schafe unsere Sprache nicht sprechen, heißt nicht, dass wir sie nicht verstehen können. Schafe sind eben letztlich auch nur Menschen, wie uns der vollkommen dialogfreie Kinofilm „Shaun das Schaf – Der Film“ nun auf die schönste Weise zeigt. Wir alle leiden bisweilen unter dem Alltagstrott, und es sind vor allem Kinder, die uns mit vorwurfsvoller Inbrunst ein „Mir ist langweilig!“ vor die Füße rotzen können. Von dem Immergleichen angeödet ist nun auch das puschelköpfige Schaf Shaun. Sanfte Hügel, saftiges Gras, Sonnenschein, beschauliche Old-School-Landwirtschaft und nette „Familie“ hin oder her – der schon auf dem Hof geborene Schafsjunge sehnt sich nach Abwechslung. Überdies ist Shaun schwer genervt von der neuen Frisur, die ihm der Bauer bei der Schur verpasst hat.

So plant Shaun, den Hofchef für einen Tag aus dem Weg zu schaffen. Das gelingt indes gründlicher als geplant. Ein schrottreifer Wohnwagen gerät versehentlich in Fahrt, und der darin schlafende Bauer rast unaufhaltsam auf die große Stadt zu. Einen Unfall später hat der Bauer sein Gedächtnis verloren und landet im städtischen Krankenhaus. Was bleibt der Herde und dem Hütehund Bitzer da anderes übrig, als den nächsten Überlandbus zu besteigen und sich auf die Suche nach dem Bauern zu begeben? Aber wie das mit Landeiern so ist: Die Stadt kann sehr verwirrend und überfordernd sein. Besonders wenn man eine nur mäßig gut verkleidete Tierherde ist, die vorgibt, menschlich zu sein.

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