Die weit offen stehende Tür des aus dem Jahr 1712 stammenden Häuschens, das malerisch zwischen zwei hohen Gründerzeitgiebeln in der Charlottenburger Schustehrusstraße hockt, heißt jedermann Willkommen. Aus dem Museumsgarten dringen Tangoklänge; ein Akkordeonspieler weiht die neue Ausstellung mit Astor Piazzolla ein.

Freunde der Keramikkunst sind gekommen, allen Alters, mit Kind und Kegel. Eine Doppelschau beginnt. Deren erster Teil in den Vitrinen der Remise ist dem Nachlass der passionierten Bielefelder Keramiksammlerin Edith Stohlmann gewidmet. Sie starb letztes Jahr und hatte im Testament verfügt, dass ihre kostbare Sammlung an das Berliner Keramik-Museum geht. In dem im künstlerischen Wert kaum zu beziffernden Konvolut ist so gut wie alles Namhafte der modernen Keramik-Szene des deutschen Westens wie Ostens vertreten – bildschöne, eigenwillige, raffinierte Gebilde von Rainer Doss über Mario Enke oder die Hallenser Künstlerfamilie Gertraud und Martin Möhwald – bis hin zu den exklusiven Porzellanarbeiten der Pankowerin Bärbel Thoelke. Mit dieser beneidenswerten Schenkung ist die Haus-Sammlung auf 10.000 Objekte angewachsen. Heinz J. Theis, ein ausgewiesener Keramikkenner, gründete und leitet das Museum seit 1990. Es wird von Anfang an privat von einem Förderverein finanziell und durch viel ehrenamtliche Arbeit getragen – und sucht nicht nur innerhalb Berlins Seinesgleichen.

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