Heute kann man Großbritannien unbeschwert zujubeln - wenn man möchte. Ein Mann verteilt Fähnchen an Menschen, die im Mai 2019 vor dem Schloss Bellevue auf die Ankunft des britischen Thronfolgerpaares Charles und Camilla warten.
Foto: Wolfgang Kumm/dpa

BerlinAm Sonnabend, dem 5. September 2020, wurde in der Berliner Zeitung die Todesanzeige von Prof. Dr. sc. Klaus Hansen veröffentlicht. Er verstarb mit 86 Jahren. Bis 1999 war er Professor für Englische Sprache an der Humboldt-Universität gewesen. Kaum jemand weiß noch, dass sein Name vor fast 68 Jahren zum ersten Mal in der Berliner Zeitung auftauchte. Am 15. Oktober 1952 brachte die Zeitung eine kurze Meldung über die Auszeichnung der besten Abiturienten der DDR mit der Lessing-Medaille, und Klaus Hansen war der einzige Berliner, der die Medaille in Gold erhielt.

14 Tage später erschien Hansens Name erneut, und diesmal verbunden mit einem journalistischen Paukenschlag. Die Überschrift des Artikels lautete: „Muß er Sinologie studieren?“ Der Journalist M. J. hatte mit dem besten Berliner Abiturienten über seinen Studienbeginn sprechen wollen und erwartet, dass ihm in der Hochschulbildung alle Türen offen stünden. Doch Klaus Hansen berichtete, dass ihn die Universität abgewiesen habe. Das erinnerte den Journalisten an eine Reihe ähnlicher Fälle, und als er hörte, dass Klaus Hansen nach Rücksprache mit dem Prorektor doch studieren durfte, aber nicht, wie gewünscht, Anglistik, sondern Sinologie, schrieb er: „Mit dieser Handhabung der Zulassung sind wir nicht einverstanden“. Das Staatssekretariat für das Hochschulwesen solle sich generell um die Zulassungspolitik kümmern, insbesondere um den Fall Klaus Hansen.

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