BerlinEndlich! Die Kapuzinerkresse ist tot. Monatelang rankte sie mit ihren drallen, runden Blättern und grellorangen Blüten am Zaun. Mitte November pflückte ich noch einen Strauß und lamentierte über diesen milden Herbst. Heute hängen ihre über Nacht tiefgekühlten Triebe lasch nach unten, haben ungefähr so viel Spannkraft wie Spinat nach dem Blanchieren.

Und es ist nicht nur die Kresse: Das tote Laub auf dem Parzellenrasen hatte zarte Ränder aus Eiskristallen, der Atem steht mir als hübsche Wolke vorm Mund, die oberen Millimeter der Gemüse-Beet-Erde sind hart. Während alle Welt über kalte Ohren jammert, feiere ich den ersten Frost wie den ersten Schnee. Wie schön, dass wenige Tage vorm ersten Advent das Wetter endlich zur Jahreszeit passt. Hoffentlich bleibt es so.

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