Im späten Februar und frühen März startet für mich das Gartenjahr. Ich meine damit nicht Schneeglöckchen oder Krokusse, die blühen in vielen Wintern deutlich früher als jetzt. Ich meine auch nicht die sensationell warmen und sonnigen Tage nach Schnee, Eis und zweistelligen Minusgraden, obwohl die, ich gebe es zu, unvergesslich sind: Angrillen im Februar, Menschen, die glücklich in die Sonne blinzeln, quietschende Kinder, wiedersehensfreudige Wie-war-euer-Winter-Gespräche am Parzellenzaun, dazu erste Blüten und euphorisch zwitschernde, durch die Luft flitzende, Meisenkästen begutachtende Vögel.

Das alles ist grandios, aber der tatsächliche Startschuss für mein Gartenjahr sind die Aussaattöpfe auf dem Fensterbrett und das Keimen und Sprießen in ihnen. Ich werde in ihnen endlich wieder hortikulturell aktiv, lasse etwas wachsen, und genau darum geht es beim Gärtnern, finde ich. Also habe ich Tomatensamen in die Blumentöpfe gelegt, das mache ich jedes Jahr um diese Zeit, weil ich nach den Eisheiligen im Mai Ochsenherzen und Rote Murmeln statt unspezifischer „Rispentomaten“ in den Schrebergarten pflanzen will. Salat, Zucchini, Kräuter und weitere Sommerblumen kommen als nächstes, dann wird es, wie jedes Jahr, voll auf allen Fensterbrettern. Ich habe im Lockdown-online-Kaufrausch viel zu viele Samen bestellt.

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