Das Sonnengelb des Löwenzahn, das Knallblau der Traubenhyazinthen, das Feuerwehrrot der Tulpen leuchten in meinem Schrebergarten um die Wette. Am allerschönsten ist aber das Grün: Saftige Halme, dralle Knospen und sprießende Blätter strahlen in einer Farbe, die fast schon in den Augen schmerzt. BBC-Gärtner Monty Don nennt sie in seinen Online-Gartentipps „electric green of the emerging foliage“.

Ach England! Was Gärten betrifft, macht dir niemand etwas vor! Elektrisches Grün! Elektrisierendes Grün? Das Deutsche kennt diese Farbe nicht. Dabei bezeichnet sie ganz genau, worum es im Frühlingsgarten geht, nämlich um schiere Energie. Was dort passiert, ist nicht zaghaft, sanft oder verträumt, sondern das fulminante Hochfahren eines existentiellen Vorgangs. Wikipedia sagt es so: „Die Photosynthese ist der einzige biochemische Prozess, bei dem Lichtenergie, meistens Sonnenenergie, in chemisch gebundene Energie umgewandelt wird. Von ihr hängen indirekt auch nahezu alle heterotrophen (nicht zur Photosynthese fähigen) Lebewesen ab.“ Also alle Tiere einschließlich Menschen.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.