In der Ahnenreihe des Terrorismus nimmt Michael Kohlhaas eine prominente Vorreiterrolle ein. Der Brandenburger Pferdehändler, der 1532 von einem sächsischen Junker um zwei Pferde betrogen wird, das Gericht anruft und, nachdem er vom korrupten Richter kein Recht bekommt, halb Sachsen in Brand steckt – dieser Kohlhaas gilt als Prototyp des moralischen Irren. Heinrich von Kleist, der dem verbürgten echten Kohlhaas des 16. Jahrhunderts mit einer Novelle ein Denkmal setzte, nennt ihn gleich zu Beginn derselben „einen der rechtschaffensten und zugleich entsetzlichsten Menschen seiner Zeit“. Das „Rechtgefühl“ habe ihn zu einem Räuber und Mörder gemacht.

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