Müllstadt in Dandora, Nairobi
Quelle: Filmstill, "Die Epoche des Menschen"

Berlin - Es ist ein unheimliches, geradezu apokalytisches Bild, das einem so schnell nicht aus dem Kopf geht: Wir sind in Dandora, einem östlichen Vorort von Nairobi, in einer Stadt aus Müll. Knapp 2000 Tonnen Abfall werden hier täglich auf der gigantischen Dandora-Müllkippe entsorgt. Wegen des Elektroschrotts, der nachts verbrannt wird, sind die Menschen hier erheblichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Langsam streift die Kamera durchs Innere der Deponie. Beim Zuschauen meint man, den Müllgestank riechen zu können. Zwischen Leuten, die versuchen, im gräulichen Schlamm und auf den haushohen Plastikbergen Wiederverwertbares aufzustöbern, waten menschengroße Marabu-Störche, vereinzelt auch Straßenhunde. 

Mensch und Tier, so scheint dieses gnadenlos ausgeleuchtete Bild einer Armutszone zu sagen, sind eins geworden: Sie sind das letzte Glied einer globalen Akkumulationskette. Wer noch immer das Leid anzweifelt, das der Markt den Unterprivilegierten abverlangt, könnte hier vom Gegenteil überzeugt werden: Selbst Müll wird da der Verwertungslogik unterworfen. „Die Epoche des Menschen – Das Anthropozän“ zeigt Plastik als „Technofossil“: Als menschengemachtes Restobjekt, das aus geologischen Aufzeichnungen inzwischen kaum mehr wegzudenken ist.

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