Köln - Im neuen Tatort aus Köln „Weiter, immer weiter“ sind sich Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) nicht einig. 

Der Fall

Eine gewöhnliche Verkehrskontrolle endete in Köln in einer Tragödie. Der Fahrer des angehaltenen Wagens lief in Panik davon und wurde von der Bahn überfahren. Alles sah nach einem Unfall aus, doch Streifenpolizist Frank Lorenz (Roeland Wiesnekker) war sicher, dass der Mann Drogendealer war und von der Russenmafia verfolgt wurde, weil unmittelbar nach dem Unfall ein dunkler Lieferwagen an ihm vorbei raste, in dem bewaffnete Männer mit Szene-typischen Tattoos saßen.

Die Auflösung

Freddy Schenk (Dietmar Bär) kannte Lorenz noch aus der Ausbildung und vertraute dem Instinkt und den Kontakten des alten Freundes, Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) hingegen war skeptisch. Und er sollte Recht behalten. Am Ende stellte sich heraus, dass Lorenz an einer Persönlichkeitsstörung litt. Die Russenmafia, die Gespräche mit seiner Schwester, der Informant, der Maulwurf bei der Polizei – das alles hatte nur in seinem Kopf stattgefunden. Leider mit fatalen Folgen. Weil er dem Bruder des Getöteten seine Verschwörungstheorie erzählt hatte, wollte dieser Rache. Bei einem Gerangel mit dem Sohn der Besitzerin des Feinkosthandels wurde die Frau getötet.

Das Thema

Den Zuschauer möglichst lange an der Nase herumzuführen, ist natürlich ein beliebtes Vorgehen von Krimi-Autoren. Die Autoren Jan Martin Scharf und Arne Nolting („Club der roten Bänder“) konnten sich bei ihrem Verwirrspiel ganz auf Roeland Wiesnekker verlassen.

Es war sehr sehenswert, wie er diesen vom Leben gezeichneten Polizisten zwischen Schroffheit und Verletzlichkeit anlegte. Da fieberte der Zuschauer durchaus mit. Problematisch für „Tatort“-Fans dürfte aber gewesen sein, dass dieser Fall nur zwei Wochen nach dem Schwarzwald-Film „Damian“ ausgestrahlt wurde, der eine ganz ähnliche Auflösung hatte. Da ahnten Krimifans die Auflösung leider sehr früh.

Der Fall

Roeland Wiesnekker nutzt den Raum, den ihm das Buch gab. Ko präsentierte Köln in düsteren Bildern, zeigte in vielen Szenen, dass er sein Handwerk versteht, etwa bei einer Schießerei in einer Waschanlage. Allerdings übertrieben einige Darsteller ihr Spiel doch etwas – etwa Vincent Redetzki als Bruder des Getöteten. Generell litt der ganze Film (Regie: Sebastian Ko) darunter, dass zu dick aufgetragen wurde.