Gotha/WaldenburgEin langer Flur führt in das Zentraldepot der naturkundlichen Sammlung von Schloss Friedenstein in Gotha. In einem fensterlosen Raum lagern hier in fest verschlossenen Schränken auch die völkerkundlichen oder – wie man heute sagt – ethnografischen Objekte, die das Adelshaus Sachsen-Coburg und Gotha über Jahrhunderte aus aller Welt zusammentragen ließ. Neonlicht flammt auf, als Thomas Fuchs, der die Ethnografika-Sammlung betreut, den Schalter neben der Tür betätigt. Geradezu steht ein Tisch, auf ihm liegen drei Totenschädel. Köpfe, die vor 150 Jahren Menschen im heutigen Indonesien abgeschlagen worden sind. 

„Wir gehen davon aus, dass die Menschen schon tot waren, wahrscheinlich erhängt worden sind, bevor man ihnen den Kopf abtrennte“, sagt Fuchs. Still ist es in dem Depotraum, nur aus der Klimaanlage kommt ein leises Summen. Es ist ein seltsames Gefühl, hier zu stehen, auf die Knochenschädel zu starren, auf die leeren Augenhöhlen, die bloß liegenden Zahnreihen. Unheimlich fühlt sich das an, irgendwie falsch.

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