Vor einer Woche behandelten wir die äußeren Umstände der Krise im Jüdischen Museum Berlin (JMB), heute geht es um die inneren Zustände. Dazu erfährt man wenig, und Staatsministerin Monika Grütters speiste die Öffentlichkeit mit diesem Satz ab: „Jetzt heißt es, den Blick nach vorne zu richten." Ja, wohin denn? Mir erscheint ein Blick zurück durchaus nützlich.

Die seit 1997 von Gründungsdirektor Michael Blumenthal geprägte Expansionsära des Museums war ein Riesenerfolg: Glashof, Kammermusikfestspiele, Preisverleihungen, Gründung der Akademie und des Kindermuseums, Blumenthals unermüdliches Herbeischaffen vieler Millionen an Spenden und aus dem Bundeshaushalt. Diese Phase ist endgültig vorbei. Der 2014 berufene, wissenschaftlich hervorragende Professor Peter Schäfer erwies sich in der Funktion des Direktors einer großen Institution als Fehlbesetzung. Misstrauisch oder uninformiert vermied er Entscheidungen. Von Anfang an war er schwer erreichbar, häufig nicht im Haus, schrie gelegentlich herum, hielt sich an Nebensächlichkeiten auf, glänzte nicht durch Vorbild und Ideen. Diese Art der Leitung wirkte lähmend und zersetzend. Zudem verlieh der Stillstand dem geschäftsführenden Direktor Martin Michaelis, seines Zeichens Verwaltungsjurist, mehr Macht als ihm zusteht.

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