Vor ein paar Wochen konterte unsere Regierung das Begehren vieler Berliner, das Tempelhof Feld so zu lassen, wie es ist, mit einem Gegenvorschlag. Er lautet ungefähr so: Wir müssen bauen! Berlin platzt aus allen Nähten! Dort ist doch Platz! Nur dort! Passend dazu tönt es immer lauter aus der Stadtentwicklungsbehörde, die schlimme Wohnungsnot in Berlin sei sonst nur mit der Bebauung von Kleingartenkolonien zu bekämpfen. Nach dem Motto: Entweder wir bauen auf dem Tempelhofer Feld, oder wir machen eure Kleingärten platt. Rund 40 Kolonien sollen weichen, heißt es im Stadtentwicklungsplan Wohnen, den die große Koalition gerade bespricht.

Während die CDU mit ihrer traditionell engeren Bindung an die Laupenpieperlobby noch zaudert (so liest man zumindest), findet die Berliner SPD nichts dabei, die Besitzlosen gegeneinander auszuspielen. Denn wer sagt, wir können nur Wohnungen für mäßig Verdienende bauen, wenn wir mäßig Verdienenden etwas wegnehmen (den grandiosen Park oder ihre Pacht-Parzelle), der unterschlägt, dass das ganz schön ungerecht ist. Wer eine Dachterrasse oder gar einen Garten hat, braucht weder das T-Feld noch den Schrebergarten. Er oder sie hat allein in den eigenen vier Wänden mehr Auslauf als z.B. meine Laubennachbarn: Die mussten ihre Wohnungen zusammenlegen, als sie zwei Haushalte in ihrem frisch modernisierten Haus nicht mehr bezahlen konnten. Und ihre Parzelle ist auch eher winzig.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.