Komische Oper: Ein überragender Leigh Melrose in der Rolle des Oedipus

Evgeny Titov inszeniert mit George Enescus „Œdipe“ eine der interessantesten Opern des 20. Jahrhunderts: Die Saisoneröffnung ist gelungen.

Karolina Gumos als Jokaste, Mutter des Œdipe, und Leigh Melrose als Œdipe während der Fotoprobe für „Œdipe“ in der Komischen Oper Berlin
Karolina Gumos als Jokaste, Mutter des Œdipe, und Leigh Melrose als Œdipe während der Fotoprobe für „Œdipe“ in der Komischen Oper Berlinimago/Martin Müller

Berlin-Die Deutsche Oper hat die neue Saison mit Mark-Anthony Turnages Oedipus-Modernisierung „Greek“ eröffnet, die Komische Oper wählt für denselben Zweck den gleichen Stoff in der gut 50 Jahre früheren Version von George Enescu. „Œdipe“ war das ambitionierteste Werk des in Rumänien geborenen und in Wien und Paris ausgebildeten Enescu, er beschäftigte sich ein Vierteljahrhundert lang mit dieser seiner einzigen Oper. Ausgehend von den beiden Ödipus-Dramen des Sophokles fasste er schließlich den Entschluss, das gesamte Leben des tragischen Helden von der Geburt bis zum Exil auf Kolonos darzustellen, das bei Sophokles nur nacherzählt wird. Den Gedanken, den Stoff auf zwei Abende zu verteilen, verwarf Enescu wieder und schuf unter der 1936 schon nicht mehr sonderlich tragfähigen Gattungsbezeichnung „Tragédie lyrique“ eine vieraktige Oper von schlanken zweieinhalb Stunden.

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