Das Komma, Wahrzeichen des Internationalen Literaturfestivals Berlin, vor dem Futurium.
Foto:  Frank Stumpf

Berlin - Ulrich Schreiber trägt einen Mund-Nasen-Schutz, als er in das Gebäude des Berliner Verlags kommt. Sehr vorbildlich nimmt er ihn erst im Café ab. Das ist nicht so ein blaues Industriefähnchen, sondern eine Stoffmaske in sattem Rot, in der Ecke prangt ein weißes Komma. Kann ein Satzzeichen wie Schmuck beschrieben werden? In diesem Fall schon, denn das Internationale Literaturfestival Berlin (ilb) hat sich den kleinen Beistrich schon vor zwanzig Jahren zum Symbol genommen. Ein Komma macht viele Sätze erst schön, ein Komma steht jetzt auch an drei Orten in Berlin – vor der Amerika-Gedenkbibliothek, vor dem Futurium und im James-Simon-Park. Da ist es jeweils über zwei Meter groß und hat eigentlich die Funktion eines anderen Interpunktionszeichens: Es soll Aufmerksamkeit erregen.

Am Mittwochabend beginnt offiziell (nach ein paar Veranstaltungen vorab) die 20. Ausgabe des Festivals, und wer das Programmheft durchblättert, wird zunächst kaum merken, dass dies anders ist als sonst. Internationale und deutsche Autorinnen und Autoren lesen vor Publikum, diskutieren miteinander, sprechen mit Wissenschaftlern und Politikern, treffen auf Schüler, erinnern an das Werk verstorbener Kollegen. Verteilt über die Stadt, konzentriert vor allem auf den Kammermusiksaal und das Silent Green, ist auch in diesem Jahr der Festivalcharakter mit Vielsprachigkeit und Vielfalt der Themen erhalten.

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